Der Entspannende - Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur aus Rheinhessen, dem magischen Land der tausend Hügel.

Online in der Gastronomie? „Die haben gar nicht die Zeit, sich darum zu kümmern“

Stefan Pfeiffer und Lars Basche haben in ihrem Podcast #9vor9 am 3. Juli „Digitale Erwartungen an Restaurants und Cafés“ aufgegriffen und auch über ihre persönlichen Erfahrungen und Erwartungen geplaudert. Ich „plaudere“ hier über meine Erfahrungen und Erwartungen. Welche Erwartungen hast Du an die Gastronomie?

Die Podcastaufzeichnung gibt es auf Youtube: Müssen Restaurants heute online sein – und mit was?

Meine Einschätzung und meine Erfahrungen kommen von mir als jemandem, der vorwiegend im ländlichen Raum unterwegs ist und vielfältige Erfahrungen gemacht hat. Oft sind es kleine Gaststätten mit wenig Personal und eingeschränkten Öffnungszeiten (z. B. nur abends Do, Fr, Sa, So; So zusätzlich mittags). Dennoch schlagen da auch einmal oder auch häufiger ausländische Kunden mit wenig Bargeld und ohne Girocard auf. Lieferdienste gibt es nur bei Pizzerien (meist reine Abhol- und Lieferpizzerien), da sind bei uns in Rheinhessen für klassische Gaststätten die Entfernungen und der Personalbedarf auch nicht so richtig praktikabel.

Von vielen Gastronomen wird als Argument gegen Online-Angebote (eigene Website, Speisekarte) der Zeitbedarf angeführt. Ich sehe das etwas anders.

Ich benutze durchgehend die Bezeichnung „Gaststätte“ und beziehe mich damit ganz allgemein auf gastronomische Anbebote mit lokalem Verzehr. Das beinhaltet beispielsweise Cafés, Straußwirtschaften, Gutschänken und Restaurants.

Ein Mann und seine Partnerin sitzen in einer Straußwirtschaft und freuen sich über das vor ihnen stehende Essen. Im Hintergrund sind Weinberge zu sehen. Der kaukasiche Mann ist etwa 63 Jahre alt und trägt ein Aloha-Shirt und einen Panamahut. Die Frau ist etwa 63 Jahre alt und trägt ein Aloha-Kleid sowie eine Plumeriablüte im Haar. Erzeugt mit KI.
Ein Mann und seine Partnerin sitzen in einer Straußwirtschaft und freuen sich über das vor ihnen stehende Essen. Im Hintergrund sind Weinberge zu sehen. Der kaukasiche Mann ist etwa 63 Jahre alt und trägt ein Aloha-Shirt und einen Panamahut. Die Frau ist etwa 63 Jahre alt und trägt ein Aloha-Kleid sowie eine Plumeriablüte im Haar. Erzeugt mit KI.
  • Bewertungen
    Ich setzte hauptsächlich auf persönliche Bewertungen, nicht auf solche von Plattformen. Ich selbst schreibe sehr, sehr selten Bewertungen (auf Google). Als Gast informiere ich mich nur über den „Trend“ der Bewertungen auf Google zu einer Gaststätte.
  • Social Media
    Gelegentlich erhalte beziehungsweise sehe ich Hinweise zu einer Gaststätte oder einen Kurzbericht (z.B. Foto mit einem oder zwei Sätzen). Das nehme ich jedoch nur als Anregung, mehr nicht (es sei denn ich kenne die Person, dann frage ich möglicherweise nach). Was ich jedoch nutze, sind auf Google Fotos der Gaststätte, der Umgebung, der Speisen und der Speisekarte.
  • Speisekarte
    Ich erwarte zumindest eine Übersicht, welche Speisen und Getränke angeboten werden. Da muss nicht die komplette Speisekarte mit Preisen sein, das kann auch eine Beschreibung und Beispiele sein. Mir reicht eine Speisekarte als als PDF-Datei. Wenn es Änderungen in der Speisekarte gibt, muss die eh ausgedruckt werden, dann eben auch als PDF und auf die Website damit. Wenn die Speisekarte online und aktuell ist, erspart das gerade bei telefonischen Bestellungen jede Menge Nachfragen und damit Zeit, die der Gastronom ja nicht hat.
  • Tischreservierung
    Ich erwarte inzwischen eine Online-Reservierung, da weder E-Mail, noch Telefon zuverlässige Möglichkeiten bieten. Oft werden E-Mails nur alle zwei bis drei Tage überprüft und beantwortet – gelegentlich auch gar nicht. Das Zeitargument von Leistungsträgern kann ich gerade bezüglich Telefon nicht nachvollziehen, denn fast immer nehmen Gaststätten die Anrufe nur zu den Öffnungszeiten (oder kurz zuvor) entgegen – und haben dann im Betrieb kaum Zeit abzunehmen und Fragen in Ruhe zu beantworten. Oft benötige ich mehrere Anrufe, um überhaupt jemanden zu erreichen, um dann auch noch erst einmal warten zu müssen, bis an die „richtige“ Person weitergeleitet wird. Das ist insofern ärgerlich, da gerade beliebte Gaststätten aufgrund der Nachfrage eine Tischreservierung erfordern. Ein Winzer sagte mir zu seiner gut laufenden Gutsschänke, dass mindestens zwei Wochen zuvor reserviert werden sollte. Für Tischreservierungen gibt es inzwischen zahlreiche Anbieter, das muss nicht neu erfunden werden.
  • Bestellung: Ich erwarte keine Möglichkeit zur Online-Bestellung von Speisen, weder vorab fürs Abholen noch vor Ort. Wenn ein Gastronom Bestellungen über das Telefon anbietet und das Telefon zuverlässig besetzt ist, reicht mir das. Aber gerade dazu reicht das Personal oft nicht, und dann läuft das für mich wieder auf zahlreiche Anrufversuche in einem schmalen Zeitfenster hinaus. Ich weiß jedoch, dass eine „Online-Speisekarte mit Shop“ für die üblichen Gaststätten einfach nicht handhabbar ist. Dann sollte zumindest die Zeit für telefonische Bestellungen über Online-Reservierungen eingespart werden.
  • Bezahlung
    Ich erwarte bargeldlose und kontaktlose Zahlung mit den üblichen Kreditkarten (Mastercard, Visa, gerne noch Amex) sowie Google bzw. Apple Pay. Wenn es denn sein muss, auch Girocard – dann aber ohne Mindestbetrag. Girocard ist inzwischen ein unsicherer Zahlungweg geworden, da erstens nur Deutsche darüber verfügen und zweitens manche Banken die Girocard ohne Co-Badging (z.B. mit V-Pay) ausgeben. Leider gibt es auch Gaststätten, die nur Bargeld nehmen, das aber nicht dokumentieren (weder an der Tür, noch auf ihrem Webauftritt). Als Selbstständiger biete ich selbst bargeldlose und kontaktlose Bezahlung an und weiß, dass dies wesentlich einfacher für den Gastronom und für den Gast geht, als dies oft mit alten Verträgen und alten Geräten noch gemacht wird. Außerdem ist es ein Mythos, dass Kreditkartenzahlungen wesentlich teurer sind als Girocard-Zahlungen – zumindest nicht mit dem richtigen Anbieter und dem richtigen Vertrag. Ich selbst bezahle dieselbe Gebühr sowohl bei Kreditkarten- als auch bei Girocard-Bezahlung durch den Kunden. Im Gegenteil: Jede Girocardzahlung verursacht eine Transaktion auf meinem Bankkonto, für die ich bezahlen muss. Barzahlung ist für den Gastronom nicht kostenlos: Mit jeder Servicekraft muss eine Kassenabrechnung gemacht werden, jede Münzrolle fürs Wechselgeld kostet Gebühren bei der Bank, jede Fahrt zur Bank zur Wechselgeldabholung oder Geldeinzahlung kostet Zeit und verursacht Fahrtkosten.
  • WLAN: WLAN erwarte ich in Gaststätte nicht. Inzwischen ist die Abdeckung relativ gut, sodass mir Mobilfunk reicht für einen Gaststättenbesuch. Falls die Gaststätte in einem Funkloch ist, wäre WLAN ganz nett, muss aber nicht sein.

Welche Erwartungen hast Du an die Gastronomie?

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Der Entspannende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger (Wandern, Genuss, Kultur, Joggen & SunriseRun). Ich lebe in der Ortsgemeinde Selzen in Rheinhessen, etwa 15 km südlich von Mainz. In den Sozialen Medien findest Du mich im Fediverse als DerEntspannende@Digitalcourage.social und auf Facebook.

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