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Saar-Hunsrück-Steig Etappe 12 im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Beim Bloggerwandern Rheinland-Pfalz 2019 wanderten wir, geführt von Ranger Oliver Groß, die Etappe 12 des Saar-Hunsrück-Steigs von der Wildenburg bei Kempfeld über das Mörschieder Burr bis nach Herborn. Feucht-nasses Wandern in einer Nebelsuppe mit herbstlichen Farben und einer faszinierenden Landschaft.

Das Bloggerwandern 2019 war eine Kooperation mehrerer Organisationen und wurde durch weitere Organisationen unterstützt (siehe unten). Das beeinflusst mich nicht in meiner Berichterstattung, und ich behalte meine volle redaktionelle Freiheit.

Das jährliche Bloggerwandern Rheinland-Pfalz fand 2019 vom 18. bis 20. Oktober im Nationalpark Hunsrück-Hochwald statt. Am Sonntag, 20. Oktober erkundeten wir auf einer Wanderung mit Ranger Oliver Groß den Nationalpark Hunsrück-Hochwald und die Etappe 12.

Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein noch recht junger Nationalpark, der 2015 eröffnet wurde und sich auf rund 10.000 Hektar (100 Quadratkilometer) über zwei Bundesländer erstreckt.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Nationalpark im Westen Deutschlands im Mittelgebirge des Hunsrück, in den Ländern Rheinland-Pfalz und Saarland. […] Die offizielle Eröffnungsfeier erfolgte am Pfingstwochenende 2015.

(Seite „Nationalpark Hunsrück-Hochwald“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. November 2019, 07:33 UTC. (Abgerufen: 16. Dezember 2019, 13:28 UTC))

Karte Hunsrück mit Nationalpark - Von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) - Eigenes Werk, usingthis map by NordNordWestthis map for the borders of the Nationalpark Hunsrück-HochwaldOpenStreetMap data, CC BY-SA 2.0
Karte Hunsrück mit Nationalpark – Von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) – Eigenes Werk, usingthis map by NordNordWestthis map for the borders of the Nationalpark Hunsrück-HochwaldOpenStreetMap data, CC BY-SA 2.0

In der besiedelten Kulturlandschaft Deutschlands ist es nicht einfach, ein zusammenhängendes Gebiet zum Nationalpark zu machen. So hat der Nationalpark ein paar Einbuchtungen und „exterritoriale“ Flecken. Mit ein bisschen Fantasie lässt sich der Umriss des Nationalparks sogar als E-Gitarre interpretieren.

Drei Viertel der Nationalpark-Fläche sollen sich selbst überlassen und dadurch wieder zur Wildnis werden. 30 Jahre wird die Entwicklung voraussichtlich dauern. Der Nationalpark wird durch ein eigenes Nationalparkamt betreut und unterhalten. Ein Vorteil ist, dass die Ranger voll und ganz als Ranger tätig sein können und keinen Gewinn beispielsweise durch Forstwirtschaft erwirtschaften müssen.

Saar-Hunsrück-Steig Etappe 12

Die Etappe 12″ ist eine von 27 Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs.

Der Saar-Hunsrück-Steig ist ein 410 Kilometer langer Wanderweg im Naturpark Saar-Hunsrück sowie im östlichen Hunsrück und verläuft von Perl an der Mosel über die Saarschleife bei Mettlach im Saarland über Hermeskeil und Idar-Oberstein an der Nahe in Rheinland-Pfalz bis nach Boppard am Rhein. […] Obwohl erst 2007 eröffnet, hat er bereits das Wandersiegel des Deutschen Wanderinstituts erhalten, weil zum Beispiel nur 5 % der Strecke über asphaltierte Wege führen und mehr als 70 % Naturwege sind.

(Seite „Saar-Hunsrück-Steig“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Mai 2019, 15:12 UTC. (Abgerufen: 29. Dezember 2019, 13:40 UTC))

Entlang der Etappen gibt es mit zahlreichen Traumschleifen und einigen Traumschleifchen noch Rundkurse.

Die komplette Etappe 12 vom Saar-Hunsrück-Steig führt von Kempfeld über das Mörschieder Burr, Herborn und an Vollmersbach vorbei bis nach Idar-Oberstein und ist etwa 20 Kilometer lang. Wir hatten eine mit etwa 8 Kilometern verkürzte Etappe, die uns bis zu einem Abholpunkt in Herborn führte.

Burg Wildenburg

Nach der Übernachtung in Hotel 2tHeimat in Morbach brachte uns ein Bus zur Burg Wildenburg bei Kempfeld. Die Wildenburg liegt am Rand des Nationalparks, Teile der Anlage liegen sogar darin. Wir trafen Ranger Oliver Groß, der uns auf dem Saar-Hunsrück-Steig führte.

Für das Wildkatzenzentrum und Wildfreigehege vor der Wildenburg bleibt leider keine Zeit. Das Wildkatzeninformationszentrum mit Auffang- und Auswilderungsstation hat mich wirklich sehr interessiert. Eine der Tierfütterungen wäre erst recht faszinierend gewesen. Etwa 100 Exemplare der Europäischen Wildkatze leben hier in freier Wildbahn. Doch es kommt nicht oft vor, dass man eines der freilebenden und sehr scheuen Tiere erblickt. Wildkatzen sind übrigens keine „wilde Hauskatzen“. Die Katzen, die wir hier in Deutschland und Europa als Hauskatze (oder als verwilderte Hauskatze) kennen, sind eine Haustierform, die ihren Ursprung in Afrika hat.

Aber schließlich haben wir ein ganzes Stück zu Wandern. So gehen wir zur Wildenburg und ihren Eingang. Die Wildenburg ist eigentlich eine Burgruine, doch Teile der Anlage wurden wiederhergestellt und stehen auch als Event Location für Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage zur Verfügung. Aufgrund des dicken Nebels sparten wir uns (bis auf einen Ausreißer) den Aufstieg auf den Aussichtsturm. Im Nebel sieht der Turm wie ein alter Bergfried aus, doch der Turm wurde erst von 1980 bis 1981 gebaut.

Burg Wildenburg bei Kempfeld im Hunsrück

Gleich zu Beginn der Wanderung pausierten wir kurz an einem „Hexentanzplatz“, der seinen Namen allerdings den wilden Vorstellungen in den Köpfen entsprang. Hexen soll es hier keine gegeben haben (angeblich…).

Ranger Oliver Groß auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Auf der Strecke

Der Nebel hatte was. Weiter als einige Dutzend Meter konnte ich zwar nicht blicken, aber die herbstlichen Laubfarben zusammen mit den bemoosten Bäume und Böden ließen mich manchmal vermuten, wir wandelten im goldenen Wald Lothlorien.

Nebel und Moos auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Nebel, Farne und Moos auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Irgendwann wies uns Oliver auf verwitterte Grenzsteinen hin. Früher war hier eine Grenze zwischen dem Königreich Preußen (markiert mit „KP“ auf den Grenzsteinen) und dem Großherzogtum Oldenburg (markiert auf der anderen Seite mit “GO”).

Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Wir in Rheinhessen haben hier übrigens auch so eine alte Grenze. Ein Abschnitt der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe führt entlang der alten Grenze zwischen dem Königreich Bayern und dem Großherzogtum Hessen.

Mörschieder Burr

Im Nebel erreichten wir schließlich das Naturschutzgebiet Mörschieder Burr mit seinen Blockschutthalden.

Blockhalden sind große Ansammlungen von Steinblöcken mit Durchmessern fast ausschließlich über 20 cm an Hängen, die als frostgeprägte (periglaziale) Erscheinung entweder unmittelbar unter der heutigen Schneegrenze liegen (Solifluktionsstufe) oder ein Relikt von während der Eiszeit entstandenen Formen darstellen. Sie sind auf Grund ihrer Wärme, Trockenheit und dem Mangel an Feinmaterial ein besonderer Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Manche, insbesondere touristisch genutzte Blockhalden werden allgemein auch als Felsenmeere oder Blockmeere bezeichnet, bei langgestreckter Ausbildung auch als Steinflüsse (z. B. im Witoscha-Gebirge).

(Seite „Blockhalde“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12. August 2019, 16:58 UTC. (Abgerufen: 12. Januar 2020, 10:04 UTC))

An dem Aussichtspunkt, der einen sehr schönen Blick auf eine Blockhalde und die Ferne bieten sollte, sahen wir … Nebel.

Blocksteinhalde auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Blocksteinhalde Mörschieder Burr - Nebnel pur

Weiter, weiter … Pilze, Pilze!

Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Und so wie am Tag zuvor faszinierte uns Blogger der Pilzreichtum. Auch auf dieser Wanderung gab es überall Pilze zu bewundern.

Pilze im Wald, Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Pilze im Wald, Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Verlassen des Nationalparks

Irgendwann verließen wir den Nationalpark – und unvermittelt wanderten wir nicht mehr in einem mystischen Buchenwald, sondern in einem Wirtschaftswald mit Nadelbäumen. Mir fiel auf, dass an vielen Stellen die Bäume alle die gleiche Höhe hatten. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass irgendwann eine Monokultur von Menschen für die Forstwirtschaft angelegt wurde. Immerhin, irgendwann hatte der Nebel nachgelassen.

Moosboden auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 12

In Herborn schließlich sammelte uns ein Bus ein und fuhr mit uns zum Abschluss des Bloggerwanderns 2019 nach Idar-Oberstein.

Fazit

Auch am zweiten Wandertag ließ uns das feucht-nasse Wetter nicht im Stich. Diesmal kam noch dicke Nebelsuppe dazu. Doch auch das hat mir gar nichts ausgemacht. Es war eine schöne Wanderung mit Ranger Oliver.

Das Wildkatzengehege und -informationszentrum habe ich allerdings vermisst. Doch damit habe ich einen weiteren Programmpunkt für ein gemeinsames Wochenende mit Manuela im Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Weitere Fotos

Alle Fotos sind im Flickr-Album „Saar-Hunsrück-Steig Etappe 12“.

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Kooperationen und Unterstützungen

Das Bloggerwandern 2019 war eine Kooperation von:

Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH | Nationalpark Hunsrück-Hochwald | Saarland | Hunsrück | Nahe | Sankt Wendeler Land

Mit freundlicher Unterstützung von:

Morbach | Urlaubsregion Thalfang | Maier Sports | Wrightsock | Outdoor Magazin | Schwollener | Sebamed | Wikinger Reisen

 

About the author

Der Entspannende (* 14. April 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Berater und Autor | Blogger, Jogger, SunriseRunner & Wanderer | Rheinhessen & Hawai'i Abhängiger | Science Fiction Fan, Philosoph & Trekkie. Der Entspannende lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen). Der Entspannende berichtet über Wandern, Genuss und Kultur. Sein gleichnamiges Blog gehört zu den etablierten deutschsprachigen Wanderblogs. Im Kolumnen-Blog Der Schreibende veröffentlicht er Subjektives aus Raum und Zeit. In den Sozialen Medien ist Der Entspannende aktiv auf Twitter als @DerEntspannende, auf Facebook als Der Entspannende und auf Instagram als Der Entspannende. Nachrichten und Anfragen beantwortet Hamm per E-Mail via frank@derentspannen.de.

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