Der Entspannende - Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur in Rheinhessen und der Welt.

Auf der ersten Etappe meines persönlichen Rheinterrassenwegs wandere ich rund 30 Kilometer von Worms über Herrnsheim und Osthofen nach Hamm am Rhein. Ich begegne einem Schloss und seinem Park, Traktoren, Enten, Weinbergen, einem Vollernter, Hitchcocks Vögeln, einem Friedhof, Zwiebeln, dem Rhein, der Pension Linde und einer Oma.

Es ist kurz vor 10 Uhr am 22. August, und ich stehe im Hauptbahnhof in Worms. Es ist soweit. In den nächsten vier Tagen will ich über 80 Kilometer von Worms auf den Rheinterrassen bis nach Mainz wandern. Wie konnte es nur so weit kommen?

Rückblick

Ende Juli 2016 hatte ich eine spontane Eingebung: Warum nicht einfach machen? Einfach mal den Rheinterrassenweg von Worms nach Mainz an einem Stück mit Übernachtungen wandern. Und wenn ich schon diese geniale Idee hatte: Warum nicht noch im selben Sommer? Spätestens im September? Ach was: Im August?

Ich prüfte meine Ausrüstung, probepackte und probewanderte, plante die Tour mit ihren Etappen. Und am 9. August stand fest: Ich wandere am 22. August in Worms los. Die ersten beiden Übernachtungen in Hamm am Rhein und in Guntersblum waren gebucht, die dritte Übernachtung in Nierstein war angefragt. In Nierstein gab es noch genügend Ausweichmöglichkeiten. Also stand mein Entschluss fest. Kurz darauf kam auch die Bestätigung für die Übernachtung in Nierstein.

Vier Punkte haben mich dazu angeschubst, den Rheinterrassenweg zu wandern:

Der „offizielle“ Rheinterrassenweg beginnt in Worms und führt über Osthofen, Bechtheim, Mettenheim, Alsheim, Guntersblum, Ludwigshöhe, Dienheim, Oppenheim, Nierstein, Nackenheim und Bodenheim nach Mainz. Insgesamt soll die Strecke mit sechs Etappen etwa 75 Kilometer lang sein und etwa 22 Stunden dauern (reine Wanderzeit). Diese Wanderetappen nahm ich als Vorlage und plante auf Outdooractive vier Etappen, die im Schnitt etwa 20 Kilometer lang sind, auch wenn sie vom Höhenprofil her recht unterschiedlich sind. Durch die Etappenplanung hatte ich drei Ortschaften, in denen ich übernachten würde. Insgesamt etwa 84 Kilometer würde ich an 4 Tagen in 4 Etappen an den Weinberghängen entlang von Worms nach Mainz wandern. Okay, ein kleiner Abstecher nach Hamm am Rhein und damit an den Rhein war dabei.

Ich hatte mich euphorisch gefühlt. Am Wochenende vor der Wanderung kam doch ein klein wenig klitzekleines Stück Nervosität durch.

Fahrt von Selzen nach Worms

Heute morgen stand ich einige Minuten vor halb Acht an der Haltestelle. Schließlich wollte ich nicht den Bus verpassen.

Drama, Baby, Drama!

Selbstbewusst stieg ich dann um 7:33 Uhr in den Bus der ORN-Buslinie 660 an der Haltestelle Selzen Turnhalle und übermittelte dem Fahrer meinen Wunsch: “Worms Hauptbahnhof, mit Bahnkarte”. Ein paar Minuten und etliche Versuche an seinem Ticketautomaten später schaute mich der Fahrer an und meinte trocken: “Das geht nicht!” Bisher hatte ich im ORN-Bus immer Fahrkarten entweder für den RNN oder verkehrsverbundsübergreifend in den RMV gekauft. Worms, so glaubte ich mich zu erinnern, gehört zu einem anderen Verkehrsverbund. Ich übergab mich der Gnade des Busfahrers und löste ein Ticket zum Mainzer Hauptbahnhof, mit Bahnkarte, für 4,15 €.

Mir schwante Böses. Doch irgendwie hatte der Bus in Mainz keine Verspätung (was schon mal vorkommen kann), und irgendwie hatte der Zug von Mainz nach Worms keine Verfrühung (was ich bei noch kaum einem Zug erlebt habe). Ich schaffe es rechtzeitig, am Automaten ein Ticket zu ziehen. Dann saß ich im Regionalexpress, und die unterdrückte Nervosität setzte genügend Energie frei, um mich mit dem Twitteraccount der Deutsche Bahn über die für Kunden (also mich) unübersichtlichen Möglichkeiten zu unterhalten. Es wird immer kompliziert und unübersichtlich, wenn es um verkehrsverbundsübergreifenden Ticketkauf geht. Woher soll ich auch wann wissen, ob ich mich mit einem Umsteigen durch drei Verkehrsverbünde bewege und deswegen kein Ticket im Bus und kein Ticket auf Bahn.de kaufen kann. Oder vielleicht eben doch.

Meine Nervosität hatte sich hinreichend verringert, als ich um halb Zehn im Hauptbahnhof Worms ausstieg.

Hauptbahnhof Worms

Jetzt stehe ich also im Hauptbahnhof in Worms. Ich verlasse den Bahnsteig. Auf dem Weg nach draußen vor den Hauptbahnhof fällt mir ein Hinweisschild “WC” auf. Meine achtjährige Bundeswehrzeit war eine in vieler Hinsicht lehrreiche Zeit. Eine der Lehren lautet: “Nutze die Gelegenheit!” Ich also mit 50 Cent durch die Schleuse in den Hochsicherheitstrakt. Beschädigungen der Einrichtung sind wohl aufgrund ihrer massiven Bauart unwahrscheinlich. Als ich dann wieder auf dem Weg nach draußen kurz vor dem massiven Drehkreuz bin, kommen mir Zweifel: “Komme ich hier je wieder raus?” Wider Befürchten dreht sich das Kreuz und entlässt mich in die Freiheit.

Hauptbahnhof Worms

Zielstrebig gehe ich vor das Bahnhofsgebäude, und mein Blick fällt auf die gegenüberliegende Apotheke. Nachdem ich gestern leichtsinnigerweise eine sehr kurze Laufhose das erste Mal bei einer längeren Laufstrecke an hatte, will ich mich vorsichtshalber mit Tape eindecken, um die rauhen Oberschenkelinnenseiten abzukleben. Der Apotheker meint, das wäre nicht so gut. Besser wäre eine Creme. Noch besser Hirschtalg. Ich bedanke mich überschwänglich, denn in meinem Rucksack befindet sich eine Dose Hirschtalg zum morgend- und abendlichen Einfetten der Füße.

Nun also zurück in den Bahnhof und durch die Unterführung zum Westausgang. Hier überprüfe ich meine Ausrüstung, binde ich meine Schnürsenkel neu (und nicht zu fest) und starte die App von Outdooractive. Alle vier meinegeplanten vier Etappen habe ich nicht nur als Routen in Outdooractive geplant sondern auch in der App offline gespeichert. Entgegen der Original-Etappen des Rheinterrassenwegs führen meine Etappen nicht von Bahnhof zu Bahnhof sondern von Bahnhof zu Pension zu Hotel zu Weingut zu – wie sich später herausstellt – Privat-Taxi, sozusagen eine Wunder-Wander-Uber-Tour. Jetzt verwende ich meine erste Route als Vorlage für eine Track-Aufzeichnung. Damit sehe ich nicht nur meine Planung, sondern ich kann später genau nachvollziehen, wo ich gelaufen bin.

In Worms

Die ersten paar hundert Meter in Worms nutze ich, um meinen Wandertrott zu finden und mir Worms anzuschauen. Worms ist hier aber gar nicht spektakulär. Mehr “Wow” könnte ich mir durch einen Besuch des jüdischen Friedhofs “Heiliger Sand” verschaffen (siehe auch Wikipedia-Eintrag):

Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1058/59. Damit ist der „Heilige Sand“ in Worms der älteste erhaltene jüdische Friedhof in Europa.

[…]

Der Alte Judenfriedhof zählt zweifellos zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern im Wormser Stadtgebiet. Er hat aufgrund seines Alters, der Jahrhunderte langen, ununterbrochenen Belegung, des Erhaltungszustandes, der Zahl und Bedeutung der hier bestatteten Persönlichkeiten aus dem jüdischen Worms sowie aufgrund des beispiellos reichen Inschriftenmaterials aus nahezu 900 Jahren europäischen Rang.

Ich könnte auch die Liebfrauenkirche besuchen:

Im nördlichen Vorstadtbereich von Worms – inmitten eines Weinberges – wurde im Jahre 1298 an der Stelle einer Marienkapelle durch den Wormser Bischof ein Kollegiatstift errichtet: Das Liebfrauenstift. Aus dieser Weinlage stammt der berühmte Rebensaft „Liebfrauenmilch“, der heute als „Wormser Liebfrauenstift-Kirchenstück“ erhältlich ist.

Beides liegt gar nicht so weit entfernt vom Hauptbahnhof. Doch ich will heute morgen gleich “ein paar Kilometer fressen”, denn diese Etappe ist mit geplanten 25 Kilometern die längste Etappe. Heute Abend werde ich feststellen, dass das ein guter Entschluss ist, denn ich werde über 30 Kilometer gelaufen sein.

Nach einigen hundert Metern laufe ich plötzlich an der Pfrimm entlang. Hier ist die Pfrimm ein kleiner Bach, der später durch Worms verläuft und dann in den Rhein mündet.

An der Pfrimm in Worms

Die Pfrimm ist ein 42,7 km langer westlicher und linker Nebenfluss des Rheins im Donnersbergkreis, im Landkreis Alzey-Worms und in der kreisfreien Stadt Worms in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

(Seite „Pfrimm“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. August 2016, 10:52 UTC. (Abgerufen: 18. September 2016, 15:44 UTC))

Nicht lange begleite ich die Pfrimm, aber sie bleibt mir in Erinnerung. Denn tatsächlich treffen mich ein paar Regentropfen. Der wolkenverhangene Himmel scheint mir wenig vertrauenserweckend. Egal, ich habe meine Cap auf. Es wird schon nicht so schlimm werden.

Parallel zur Ernst-Ludwig-Straße entlang

Kurz darauf schreite ich auf einem kombinierten Fußgänger-/Radfahrerweg in Richtung Worms-Herrnsheim. Schnell sind da keine Häuser mehr sondern Schrebergärten und landwirtschaftliche Flächen. Eine Straße gibt es hier auch nicht. Vermutlich war das früher einmal eine Bahntrasse. Nach einer Eisenbahneuphorie wurden im letzten Viertel des letzten Jahrhunderts in Rheinhessen viele Trassen geschlossen und rückgebaut. Im Selztal beispielsweise gab es das “Zuckerlottche”, mit dem viele Zuckerrüben transportiert wurden (daher der Name). So gibt es in vielen Gemeinden noch eine Bahnhofstraße oder ein Bahnhofsgebäude, ohne dass dort in den letzten Jahren Züge gefahren wären.

Worms-Herrnsheim

Irgendwann läuft der Weg parallel zur Ernst-Ludwig-Straße, auf die ich schließlich wechsle, um über “Am Mauergarten” auf die Herrnsheimer Hauptstraße zu gelangen. Hier fällt mir bereits auf, was mir später auf der Wanderung immer wieder begegnen wird: Rheinhessen ist auch eine Region der Höfe. Immer wieder steht ein Hoftor auf, und ein Blick in den Hof lässt mich dann oft freudig lächeln. Und oft steht da im Hof ein Traktor – oder auch schon mal auf der Hauptstraße.

Innenhof an der Herrnsheimer Hauptstraße

Herrnsheimer Hauptstraße

Herrnsheim [Aussprache ˈhɛʁns.haɪm, im Dialekt ˈhɛnzəm oder gemäßigt ˈhɛʁnzəm] ist eine Ortschaft im rheinhessischen Wonnegau. Der heute flächenmäßig größte Stadtteil von Worms wurde 1942 eingemeindet.

Um Herrnsheim herum gibt es viele Weinberge, in denen man Wanderungen unternehmen kann und bei guten Wetter eine Aussicht zum Taunus, den Odenwald und den Donnersberg (Pfälzer Wald) hat. Im Sommer zieht der Herrnsheimer Badesee Badegäste aus der näheren Umgebung an. Im Waldgebiet Herrnsheimer Klauern befindet sich ein Waldlehrpfad.

(Seite „Worms-Herrnsheim“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. August 2016, 16:38 UTC. (Abgerufen: 18. September 2016, 16:12 UTC))

Schließlich endet die Herrnsheimer Hauptstraße als Sackgasse am Eingang zum Herrnsheimer Schloss. Der eine Torflügel ist offen, nirgendwo steht etwas von Eintrittspreisen. Na also, denke ich, und schlüpfe hinein.

Herrnsheimer Hauptstraße, kurz vor dem Schloss

Das Schloss Herrnsheim im Norden des gleichnamigen Ortes geht auf eine 1460 erbaute Burg zurück. Ab 1711 entstand ein barockes Schloss, das 1792 schwer beschädigt wurde. Aus den Ruinen wurde das heutige Schloss im Empire-Stil nach Plänen des Mannheimer Architekten Jakob Friedrich Dyckerhoff erbaut. 1840 wurde es noch einmal verändert.

[…]

Unter dem Schlossherrn Wolfgang Heribert von Dalberg wurde der Park gegen 1790 durch den berühmten Gartenarchitekten Friedrich Ludwig Skell neu angelegt. In Formen eines Englischen Gartens entstanden Wiesenflächen, Waldstücke, Teiche und Insel.

(Website der Stadt Worms: Schloss Herrnsheim)

Das Schloss, seine Gebäude und Einrichtungen sowie der Park machen auf mich einen gut gepflegten Eindruck. Ein Teil des Schlossgebäudes ist von Folien verhüllt. Das hat wohl weniger mit einem Kunstprojekt zu tun denn mit Arbeiten am Gebäude. Diesen mit Folien abgedeckten Bereich lasse ich bei meinen Fotografien aus künstlerischen Aspekten entfallen.

Herrnsheimer Schloss

Herrnsheimer Schloss mit Schlosscafé

Herrnsheimer Schlosscafé

Das Schloss-Café sieht richtig gut aus. Wäre es jetzt sonnig, und hätte ich mehr Zeit, dann würde ich mich zum Frühstück niederlassen. Wenn es denn auf hätte. Das Schlossgebäude selbst ist übrigens auch verschlossen. In den Nebengebäuden sind einige kleine Geschäfte, auch ein mietbarer “Eventraum” scheint hier zu sein. Irgendwann geht mir auf, dass es schon lange nicht mehr regentröpselt. Der Himmel ist zwar immer noch wolkenverhangen, aber das stört mich nicht.

Meine Routenplanung sieht vor, dass ich wieder zurückgehe und dann abbiege, um auf Straßen meine Wanderung fortzusetzen. Doch wie ich auf Google Maps schon zu erkennen vermeinte gibt es wohl Wege im Park, durch die ich meine Wanderung fortsetzen kann. Die Outdooractive-App versucht die Route über das abgelegte Wegenetz zu führen, aber manchmal fehlt irgendwie ein Stück. Möglicherweise hängt das mit Privatgeländen zusammen. Ich schlendere (Ja, soviel Zeit muss dann doch sein!) durch den Park, genieße die Parklandschaft mit Teichen, Brücken, Enten und Bänken.

Herrnsheimer Schlosspark

Herrnsheimer Schlosspark

Herrnsheimer Schlosspark

Mehr oder weniger parallel laufe ich nach Norden, bis ich durch eine Klapptür den Park verlasse. Kaum blicke ich zurück zur Tür schwanke ich ein wenig, ob ich denn auf dem richtigen Weg bin. Ein Schild verkündet mir, ich sei auf dem Jakobs-Pilgerweg (”Immer der Nase nach – Pilgerwege nach Santiago”).

Jakobs-Pilgerweg

In die Weinberge

Kaum überquere ich die Straße und biege ich auf einen Weg in Richtung Osthofen ab, da laufe ich an Weinbergen entlang. Der immer mal wieder treffe ich auf die kleinen Hinweisschilder für den Rheinterrassenweg. Teilweise scheinen mir die Weinberge zum Schneiden und Zurechtbiegen der Triebe überfällig. Fast richtig “wild” sehen die Triebe aus. Die Wege sind teilweise asphaltiert, geschottert oder auch nur mit erdigem Untergrund.

Rheinterrassenweg Worms/Osthofen

Weinberge am Rheinterrassenweg Worms/Osthofen

Weinberge am Rheinterrassenweg Worms-Osthofen

Trinksystem Deuter Streamer 2 Liter

Jetzt merke ich, wie praktisch das Trinksystem ist, zu dem mir eine Kollegin Manuelas geraten hat. Das Trinksystem besteht aus einer durchsichtigen Trinkblase, die im Rucksack in ein abgetrenntes Fach zu meinem Rücken hin gesteckt wird, sowie einem Schlauch, der über eine Öffnung im Rucksack hinter meinem Nacken an meinem Hals vorbei nach vorne am Träger des Rucksackes baumelt. Am Ende des Schlauchs ist ein Ventil. Nachdem ich die Kappe abziehe und das Ventil um etwa ein Drittel drehe, kann ich leicht auf das Ventil beißen und daran nuckeln.

Frank nuckelt am Trinksystem Deuter Streamer 2 Ltr.

Das Wasser bleibt erstaunlich kühl. Nur kurz, beim zweiten und dritten Zug, schlucke ich etwas warmes Wasser. Das ist dann von dem Stück, das im Freien baumelt, und das auch später dann von der Sonne beschienen wird. Ich habe mich für das Trinksystem Deuter Streamer 2 Liter entschieden, weil ich auch einen Rucksack von Deuter (Wanderrucksack Deuter ACT Trail 24, mit integrierter Regenhülle) habe. Ich hätte aber auch ein Trinksystem eines anderen Anbieters nehmen können. In meine Trinkblase gehen zwei Liter, das Trinksystem von Deuter gibt es noch in einer Ausführung mit einem Füllvermögen von drei Liter. An der Trinkblase ist ein Kopplungsventil, durch das ich den Trinkschlauch an- und abclipsen kann.

Viele Rucksäcke wie auch der meinige unterstützen die Trinksysteme mit einem abgetrennten Fach sowie einem Durchlass für den Schlauch. An dem kleinen Loch steht dann bei meinem die Formel “H2O” für Wasser. Das Trinkssystem spart mir das Auf- und Absetzen des Rucksackes, um an eine Wasserflasche zu kommen. So drehe ich mal schnell das Ventil auf und nuckele daran. So trinke ich viel regelmäßiger, und außerdem ist die Gewichtsverteilung viel gleichmäßiger.

In den Weinbergen

Jetzt habe ich meinen Lauftrott gefunden und laufe ihn fast durchgehend bis nach Osthofen durch die Weinberge. Immer mal wieder schleiche ich mich an einem Schussapparat vorbei. Die Schussapparate sollen die Vögel vertreiben, die immer wieder in Scharen in die Weinberge einfallen. Die lauten Schüsse vertreiben die Vögel eine gewisse Zeit lang, aber irgendwann kommen sie wieder. Die reifenden Weintrauben stellen eine zu große Verlockung dar. Besonders Stare sammeln sich in Scharen und überfallen die Weinberge.

In den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

Ausguck und Schussapparat zwischen Worms und Osthofen

Früher gab es Weinbergswächter, die ein Gewehr bei sich hatten und bei anfliegenden Vögelschwärmen in die Luft schossen. Oft hatten sie einen erhöhten Ausguck. Schon lange haben die automatischen Schussapparate sie ersetzt. Teilweise haben die Ausgucke neue Gäste gefunden.

Ausguck in den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

Ausguck (Dackfigur) in den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

In den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

Gelegentlich sehe ich einen Winzer, der mit seinem Traktor durch die Weinberge fährt. Manchmal lockert er den Boden zwischen den Reihen auf, manchmal wird noch gesprüht. Die Wege sind bis auf ganz wenige Stellen trocken. Gelegentlich habe ich den Eindruck, es würde gleich wieder anfangen zu regnen, aber das Wetter hält. Schwärme von schwarzen Raben lassen mich an Hitchcocks “Die Vögel” denken.

Raben über den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

Beständig nähere ich mich Osthofen. Manchmal nehme ich eine Abkürzung mitten durch die Weinberge. Die App von Outdooractive leitet mich sicher auf den Wegen. Schließlich habe ich die Route ja selbst geplant. Zwischendurch entschließe ich mich zu einem kleinen Podcast mit Audioboo.

(Audioboom: Wandern auf dem Rheinterrassenweg von Worms nach Mainz)

Ups – hier sollte es einen Weg geben, doch da ist nur ein zugewachsener Einschnitt in der Böschung. Ich klettere die Böschung empor, schnaufe kurz und finde dann wieder den Weg. Manchmal führt die geplante Route dann doch nicht auf einem Weg. Insgesamt ist die Routenplanung mit der App jedoch recht zuverlässig. Glück habe ich jedoch vor allem mit dem Wetter. Würde es wirklich richtig und dann auch noch länger regnen, hätte ich schnell Matschklumpen an den Wanderschuhen. So jedoch bleiben die Schuhe trocken, und ich kann ein zügiges Marschiertempo einhalten.

Zwischen Worms und Osthofen

Kurz vor Osthofen geschieht es dann: Ich sehe in diesem Jahr den ersten Vollernter bei der Arbeit. Vollernter sind richtig große landwirtschaftliche Geräte. Je nach Modell fahren sie auf der Straße zwischen 25 und 40 Stundenkilometer, aber ihr Revier sind die Weinberge. Mechanisch rütteln sie an den Trieben und Weintrauben, so dass die reifen Weintrauben abfallen und über ein Transportsystem in Auffangbehälter landen. Wenn diese voll sind, werden die Weintrauben aus den Behältern des Vollernters in Anhänger an Traktoren ausgeschüttet und weggefahren.

Vollernter in den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

Vollernter in den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

Ein moderner Obstvollernter besteht beispielsweise aus einem motorisierten Fahrgestell und einer gabelförmigen Rüttelmaschine, welche wiederum aus zwei starken gepolsterten Zinken oder Stäben besteht. Mit dieser Rüttelmaschine werden vornehmlich Obstbäume oder auch robuste Obststräucher, zwischen den Zinken, festgehalten. Durch starke Vibrationen wird dann die gesamte Pflanze in kurze ruckartige Schwingungen versetzt, mit welcher daraufhin die reifen Früchte abgeschüttelt werden können.

(Seite „Obstvollernter“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. Juli 2016, 13:54 UTC. (Abgerufen: 5. Oktober 2016, 13:47 UTC))

In Deutschland wird Wein kaum noch von der Hand gelesen, etwa in Steillagen oder bei Eiswein. Früher, bis in die Siebziger und Achtziger hinein, gingen Wanderarbeiter oder auch Schüler “in den Herbst” und verdienten sich bei der Weinlese Geld. Später waren es oft Arbeiter aus den osteuropäischen Ländern. Doch die Vollernter arbeiten viel schneller. Dabei kostet ein Vollernter locker ein paar hunderttausend Euro pro Stück. Für ein einzelnes kleines Weingut lohnt sich die Investition nicht. Deswegen gibt es Anbieter, die ihre Vollernter zur Weinlese an die Weingüter vermiete. So ein Vollernter ist dann für mehrere Wochen fast rund um die Uhr im Einsatz.

Bei der Annäherung an Osthofen treffe ich auf die eine oder andere Raststelle mit Bänken und Tischen.

In den Weinbergen zwischen Worms und Osthofen

Bergkirche und Osthofen

Direkt vor und über Osthofen liegt die Bergkirche mit einem großen Friedhof. Von einer Landstraße und den Weinbergen aus führt eine Straße auf den Friedhof und die Kirche zu. In die Kirche komme ich leider nicht. Die Türen sind geschlossen. Friedhöfe faszinieren mich immer wieder. Auf diesem Friedhof gibt es viele alte Grabsteine. Vom Rand des Friedhofs habe ich einen guten Ausblick auf Osthofen und über die Rheinebene bis zum gegenüberliegenden Odenwald. Der Himmel ist immer noch komplett bedeckt von Haufenwolken.

Bergfriedhof von Osthofen

Bergkirche von Osthofen

Bergfriedhof von Osthofen

Der Ausgang führt mich in wenigen Metern nach Osthofen hinein. Osthofen hat zwar laut Wikipedia etwa 9.000 Einwohner, aber meine Route führt mich direkt durch Osthofen hindurch zum Bahnhof. Dort schwenke ich nach links und unterquere ein paar Meter neben dem Bahnhof die Schienen in Richtung Osten.

Bahnhof Osthofen

Von hier ab laufe ich am Seebach entlang bis zum Rhein. So richtig abenteuerlich ist meine Wanderung nicht, auch wenn die Überquerung der vielbefahrenen B9 meine Konzentration etwas fordert.

Hier „unten“, in der Rheinebene, gibt es keine Weinberge mehr sondern hauptsächlich landwirtschaftliche Nutzflächen sowie ein paar Brachflächen. Das Wasser aus dem Seebach wird auch zum Bewässern der Flächen genutzt. Hier sehe ich hier zum ersten Mal, dass in der Rheinebene Zwiebeln angebaut werden.

Zwiebeln in der Rheinebene (nahe Seebach)

Der Seebach

Der Seebach

Zwischendurch rufe ich in der Pension Linde an. Dort habe ich für heute Nacht ein Zimmer reserviert. Bei der Reservierung war ich darum gebeten worden, meine ungefähre Ankunftszeit durchzugeben. Jetzt drohe ich also meine Ankunft für zwischen 17 und 18 Uhr an.

Am Rhein

Irgendwann überquere ich auf einer Brücke über den Seebach eine Straße. Auf der anderen Straßenseite sind alte Geländer sowie eine alte Schotterstrecke. Anscheinend gab es auch hier einmal eine Bahnstrecke. Immer mehr treten die landwirtschaftlichen Nutzflächen in den Hintergrund, und sie werden durch Wiesenflächen und Baumbewuchs abgelöst.

In der Rheinebene am Seebach

Und dann entdecke ich ein riesiges Gewässer. So muss sich Dr. Livingston gefühlt haben, als er den Sambesi entdeckte.

Der Rhein

Ich hingegen treffe nur auf den Rhein, den hier schon jeder kennt. Wer öfters einmal in Rheinhessen am Rhein entlang spazierte, der dürfte auch den Eichen-Prozessionsspinner kennen – oder doch zumindest entsprechende Warnschilder, so wie sie hier direkt am Rhein stehen.

Vorsicht Eichenprozessionsspinner!

Neben den Fraßschäden liegt die eigentliche Schadwirkung des Eichenprozessionsspinners in den gesundheitlichen Auswirkungen der giftigen Raupenhaare auf den Menschen. Die Haare der Raupen führen beim Menschen zu Allergien. Gesundheitliche Beschwerden durch den Eichenprozessionsspinner können während des gesamten Jahres entstehen.

[…]

Mitte Juni ziehen sich die älteren Raupen tagsüber und zur Häutung in typische, mit Kot und alten Larvenhäuten gefüllte Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen von Eichen zurück. Diese Nester sind bis zu einem Meter lang. Von dort aus begeben sich die Eichenprozessionsspinner-Raupen wie in einer Prozession auf Nahrungssuche. 20 bis 30 ältere Raupen können dabei nebeneinander her wandern und Prozessionen von mehr als 10 m Länge bilden.

(Eichenprozessionsspinner – Gefahr für Wald und Mensch – Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)

Von hier aus laufe ich am Rhein entlang in Richtung Norden – mal etwas näher, mal etwas entfernter vom Rhein. Manchmal bin ich hundert Meter vom Rhein entfernt, und dichter Bewuchs trennt mich von ihm. Links von mir sind oft größere Wiesenflächen, umsäumt von hohen Bäumen. Alles ist hier ziemlich feucht, der Weg aber ist trocken.

Am Rhein - auf dem Weg nach Ibersheim

Am Rhein - auf dem Weg nach Ibersheim

Ich schaue auf die Uhr und merke, dass ich gut in der Zeit bin. Ich entschließe mich zu einem kleinen Abstecher nach Ibersheim. Als ich an einem kleinen Weg die Bewuchsfläche am Rhein verlasse, stoße ich auf einen Damm, der vom Rhein wegführt. Auf dem Damm ist gemäht, und ich marschiere darauf weiter. Irgendwann ist es aus mit dem Gemähten. Ich verlasse den Damm und laufe an ihm auf der Rheinseite entlang weiter. Plötzlich sehe ich riesige Kühltürme. “Biblis” durchfährt es mich wie ein Blitz.

Blick auf die Kühltürme von Biblis

Es ist seltsam. Direkt am Rhein, mitten in einem dicht bewohnten Gebiet, steht ein Atomkraftwerk. Und von hier aus bis zu unserem Zuhause sind es wirklich nur ein paar dutzend Kilometer Luftlinie. Three Mile Island, Tschernobyl, Fukushima kommen mir in den Sinn. Wie konnte man nur denken, die Atomspaltung hätte man immer im Griff und unter Kontrolle? Es gibt immer noch Menschen, die so denken. Mag sein, dass die Wahrscheinlichkeit eines “Super-GAUs” niedrig ist. Aber die Folgen so eines “Größten Anzunehmenden Unfalls” sind so unvorstellbar, dass ich am Verstand der Verantwortlichen immer wieder zweifle. Gut, dass das Kernkraftwerk Biblis seit 2011 abgeschaltet ist.

Als ich dann wieder über den Damm steige, um mir die Ortschaft zu betrachten, merke ich, wie hoch der Damm ist. Und auf der anderen Seite des Dammes sind die Kühltürme außer Sicht. Als ob es das Atomkraftwerk gar nicht gäbe. Eine trügerische Sicherheit. Was ist, wenn der “eine Unfall in 1 Million Jahren” ausgerechnet dann passiert, wenn so ein Atomkraftwerk in Betrieb ist und wie das Kernkraftwerk Biblis mitten in einer dicht besiedelten Region liegt?

Ich entdecke ein Hinweisschild zur Ibersheimer Kerb und überlege, ob ich dort nicht eine kurze Rast einlege. Sonntag und Montag (also heute) soll es Fisch geben. Als ich dann aber lautes Gegröle vernehme entscheide ich mich dagegen. Mir ist nicht nach Krach 🙂

Ibersheim am Rheindamm

Ibersheimer Kerb

In Ibersheim

Ibersheim ist eine kleine Gemeinde mit knapp 700 Einwohnern (siehe Wikipedia) und hat auch schöne kleine Häuser. Leider sind die Winkel zum Fotografieren immer irgendwie ungünstig. So mache ich nur kurz einen Schlenker durch Ibersheim und verlasse es wieder über den Damm in Richtung Rhein.

Auf nach Hamm

Prompt schaue ich wieder auf die Kühltürme von Biblis, und wieder stellt sich dieses beklemmende Gefühl ein. Vor dem Rhein bereits biege ich nach links auf einem Weg ab in Richtung Hamm. Hamm? Wie Frank “Hamm”? Genau, deswegen will ich ja auch unbedingt dort hin. Eigentlich ist das ein ziemlich blöder Grund, der außer mit der zufälligen Namensgleichheit mit nichts anderem rational zu begründen ist. Aber irgendwie fand ich das lustig, als ich beim Planen meiner Route auf der Karte zum ersten Mal auf Hamm am Rhein stieß. Und irgendwie kam mir dann der Gedanke, doch einen Schlenker von den Rheinterrassen hinunter zum Rhein und an ihm entlang nach Hamm am Rhein zu machen.

So ein bisschen merke ich jetzt schon die lange Wanderung. Aber richtig weh tut nichts. Außerdem werde ich jetzt kräftig abgelenkt durch einen scharfen aufdringlichen Geruch nach… Zwiebeln! Überall werden hier Zwiebeln angebaut und auch gerade geerntet. Manchmal ist der Geruch besonders aufdringlich. Dann sehe ich auf dem Weg von Traktorenrädern zerquetschte Zwiebeln, die wohl vom Anhänger gefallen sind.

Zwiebelernte bei Ibersheim

Zwiebelernte bei Ibersheim/Biblis

Je mehr ich mich Hamm am Rhein nähere, desto grüner wird es vom Bewuchs her. Auf der linken Seite recken sich viele Bäume in die Höhe. Laut Karte ist dort der Scheidegraben, der durchgängig ein paar hundert Meter am Rand von Hamm am Rhein sich dem Rhein nähert – um dann plötzlich aufzuhören. Auf der anderen Seite soll sich also Hamm am Rhein befinden. Ich bin schon gespannt, ob der eingezeichnete Weg auch wirklich dann quer über den Scheidegraben führt, oder ob ich dann einen langen Umweg gehen muss. Vorher gehe ich über ein Wiesengrundstück an den Scheidegraben. Da sieht es dann gar nicht so akkurat aus, sondern eher so, also ob sich ein paar Tümpel aneinanderreihen. Enten und Reiher gibt es einige. Die Wasseroberfläche ist oft von Algen bedeckt.

Von Ibersheim nach Hamm am Rhein

Kurz vor Hamm am Rhein

Bei Hamm am Rhein

Dann versuche ich mein Glück, und tatsächlich: Der Scheidegraben wird tatsächlich durch eine Landbrücke geteilt. Ich laufe darüber und bin schon fast in Hamm, als ich auf der rechten Seite viele Enten sehe, die auf dem Wasser rumwieseln (oder heißt das rumenten?). Noch schnell ein paar Foto sowie ein kurzes Entenvideo und dann bin ich in Hamm, und die Pension kann gar nicht mehr weit sein.

Bei Hamm am Rhein

Enten bei Hamm am Rhein

(Youtube: Enten bei Hamm am Rhein)

Wäre sie auch nicht, wenn ich nicht unbedingt an den Ortseingang von Hamm am Rhein wollte. Das ist dann noch mal ein gehöriger Umweg durch ein Neubaugebiet. Und dann bin ich da. Endlich kann ich das erhoffte Selfie am Ortsschild machen. Gestatten: Mein Name ist Hamm, ich bin am Rhein.

Hamm, Frank Hamm. Am Rhein.

Jetzt wird es aber Zeit. Es ist bald halb Sechs. Also schnell an der Hauptstraße entlang in Richtung Pension Linde. So schnell geht das dann doch nicht. Ich komme immerhin bei einem Italiener vorbei, dem Ristorante Taormina. Die scheinen heute auf zu machen, da steht ein Schild. Das Restaurant hat keine Homepage, das habe ich schon bei meinen Recherchen festgestellt. Irgendwo stand zwar auf irgendeiner Website , dass es montags geöffnet hätte, aber das erschien mir nicht sehr zuverlässig.

In Hamm am Rhein

Aber jetzt erst einmal weiter zur Pension Linde.

Pension Linde in Hamm am Rhein

Das kleine Dorf Hamm am Rhein hat laut Wikipedia immerhin fast drei mal so viele Einwohner wie Ibersheim. Und tatsächlich, die letzten Meter ziehen sich ganz schön. Aber dann bin ich da.

Pension Linde in Hamm am Rhein

Frau Tavares nimmt mich direkt im Hof in Empfang, zeigt mir mein Zimmer und gibt mir den Schlüssel. Ich frage sie noch nach einer Gelegenheit, irgendwo etwas zu Essen. Aber hier gibt es nicht viel. Und es ist Montag. Ich muss also wieder zurück zum Ristorante Taormina. Laut Google Maps sind es noch einmal 1,1 Kilometer zurück. Ich schalte in der Outdooractive-App die Aufzeichnung ab und denke “Egal, jetzt bin ich erst einmal da”.

Das erste stattliche Bauernhaus nach der Zerstörung baute 1776 der Schultheiß Johannes Trass mit seiner Frau Maria Magdalena — ein Eichenfachwerk mit reichen Schnitzereien. Außer dem Verschindeln der Wetterseiten um 1900 wurden das Haus kaum baulich verändert. Türen, Böden, Decken und Verputz stammen größtenteils aus dem spätem Barock.

In diesem denkmalgeschützten Haus befindet sich unsere Pension Linde, in der sie sich wohlfühlen und ein wenig in eine andere Zeit versetzt fühlen sollen…

(Historie der Pension Linde)

Es ist ein richtig schönes altes Bauernhaus mit Holzdiehlen, alten Schlössern und gemütlicher Einrichtung. Mir gefällt es hier auf Anhieb. Am liebsten möchte ich mir jetzt die Schuhe von den Füßen schleudern und mich aufs Bett werden.

Pension Linde in Hamm am Rhein

Pension Linde in Hamm am Rhein

Pension Linde in Hamm am Rhein

Dann würde ich aber wohl sofort einschlafen und am nächsten Morgen vielleicht sogar das Frühstück verpassen. So aber packe ich den Rucksack aus, stelle ich mir vorsichtshalber im Smartphone schon den Wecker für den Morgen und marschiere ich die Straße entlang wieder zurück – im Bewusstsein, dass ich nach dem Essen wieder 1,1 Kilometer zurück laufen muss.

Unterwegs bestaune ich eine “Oma”, die über den Zaun auf die Straße gafft. Bis ich merke, dass es keine Oma ist sondern nur eine Figur, die aus etwas Entfernung täuschend echt aussieht.

Oma in Hamm am Rhein

Die Füße tun jetzt doch etwas weh, aber die Belohnung sind ein Bier, ein gemütliches Essen und ein Grappa danach. Kurz spiele ich dann mit dem Gedanken, mir ein Taxi zu bestellen. Aber dann denke ich mir, da bin ich hier wohl zu Fuß um einiges schneller. Belohnt werde ich mit einem grandiosen Sonnenuntergang, über den Dächern von Hamm am Rhein.

Abend in Hamm am Rhein

Gute Nacht

Zurück in der Pension schaue ich endlich bewusst in der Outdoor-App nach und staune: Laut App bin ich heute 29,2 km gewandert. Dazu kommen noch 2,2 km für den Gang zum Ristorante und zurück. Wenn die App nicht verkehrt liegt, sind das dann über 30 km am ersten Tag. Mir schwant, dass die tatsächlich gelaufene und aufgezeichnete Strecke etwas länger ist als die geplante Strecke. In den nächsten Tagen bestätigt sich jeden Tag eine solche Differenz.

Pension Linde in Hamm am Rhein

Jetzt aber wasche ich kurz mein Wander-T-Shirt durch, wringe ich es aus und hänge ich es auf einen Bügel. Und dann stürze ich unter die Dusche.

Mein Gesicht hat mein Gesicht eine leichte Rötung. Bei so einer Wanderung mit komplett wolkenverhangenem Himmel braucht man schließlich keine Sonnencreme, hatte ich gedacht. Immerhin hat es anfangs sogar noch leicht geregnet! An den Folgetagen verpasse ich mir dann am Morgen jeweils eine dicke Schicht Sonnencreme. Mittags frische ich meine Creme-Lage auf, und am Abend entspanne ich meine Haut mit After Sun Creme.

Jetzt aber lege ich mich ins Bett und… Gute Nacht!

Alle Fotos

Alle Fotos gibt es auf dem Flickr-Fotoalbum Rheinterrassenweg (E01): Worms – Hamm am Rhein.

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Ich bin Frank Hamm und entspanne und genieße beim Wandern, Joggen, Genießen, Reisen. Ich schreibe als Der Entspannende und Der Schreibende sowie im INJELEA-Fachblog. Beruflich bin ich Unternehmensberater für Kommunikation und Kollaboration. Ich bin noch unterwegs auf Twitter, Facebook, Instagram und Pinterest. Mit „frank@derentspannen.de“ erreicht Ihr mich per E-Mail.

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