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Joggen im Ober-Olmer Wald und eine kleine Zeitreise

Am Donnerstag Morgen war ich zum Joggen im Ober-Olmer Wald. Für mich war es auch eine Erinnerung an alte Zeiten.

Der Ober-Olmer Wald, damals

Mitte der 80er und bis Mitte der 90er Jahre, als ich auf dem „Medienhügel“ Lerchenberg wohnte, war der Ober-Olmer Wald (OpenStreetMap) eines meiner Lauf-Reviere. In den 80ern allerdings übten dort sehr oft US-Soldaten. Mehr als ein Mal, so erinnere ich mich, stolperte ich über dort übende und getarnte Soldaten in ihren Stellungen. Teilweise waren sie dort auch mit ihren Fahrzeugen. So kamen die GI’s mit gepanzerten Fahrzeugen auf der „Panzerstraße“ von den Lee Barracks in Mainz-Gonsenheim an Drais vorbei in den Ober-Olmer Wald. Oder sie kamen die Panzerstraße von den McCully Barracks in Wackernheim. Oder sie kamen von Finthen Airfield zu Fuß direkt in den Wald.

Die „Amis“ hinterließen ihre Spuren, wo immer sie sich eingruben, mit ihren Fahrzeugen durch den weichen Waldboden fuhren oder ihre Bunkeranlagen hatten. Im ersten Golfkrieg noch starteten Transportflugzeuge C-130 Hercules in Richtung Nahem Osten. Doch nach und nach verließen die Amis Mainz. So erinnere ich mich an das legendäre Open-Air Konzert auf dem Finthen Airfield mit Größen wie Prince, Foreigner, Rod Stewart, Joe Cocker und Tina Turner. Immer mehr dieser Größen sind tot, so wie der Veranstalter des Konzerts Fritz Rau. Alles Schnee von gestern. Nur in den McCully Barracks sind noch US-Soldaten.

Inzwischen ist der Ober-Olm ein Mainzer Naherholungsgebiet, die vielen Pfade und Wege werden von Joggern, Spaziergehern und Wanderern ausgiebig genutzt. Viel Wald haben wir nicht in Rheinhessen. Und für Mainz gibt es für ausgiebigere Waldstrecken nur neben dem Ober-Olmer Wald nur den Lennebergwald und Großen Sand.

Dafür hat der Ober-Olm eine erstaunlich kurze Wikipedia-Seite. Mehr zu erfahren gibt es im Portal für Groß-Gerau und Rhein-Main, auf der Seite der Landesforsten Rheinland-Pfalz und auf der Seite der Stadt Mainz für den Ober-Olmer Wald:

58 Gebäude wurden abgerissen, 13.100 Meter Zaun entfernt und 50.000 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Ein neues etwa 25 Kilometer langes Wegenetz lädt zum Wandern, Joggen, Reiten oder Spazierengehen ein und schirmt durch „Umgehungen“ auch Lebensräume geschützter und gefährdeter Tiere und Pflanzen ab. Zahlreiche seltene und gefährdete Arten der so genannten „Roten Liste“, wie Orchideen oder Amphibien, haben hier im Schutzgebiet einen Lebensraum gefunden. Der Ober-Olmer Wald ist das größte zusammenhängende Wald- und Naherholungsgebiet im nördlichen Rheinhessen.

Joggen im Ober-Olmer Wald

Meinen Lauf habe ich mit Runtastic getrackt. Etwas über 14 Kilometer in 1:40 Stunden. Ein Intervalltraining hätte es werden sollen. Doch nach zwei Wochen Pause Zwangspause (Verletzung und Termine) war es eher ein Holpern und Stolpern. Für die Intervalle hatte ich mir die Straße durch den Ober-Olmer Wald nach Wackernheim ausgesucht. Doch letztendlich sind die ganzen Wege und Pfade so eben, dass ich dann auch auf dem Waldboden sprintete (mehr oder eher weniger).

Ich startete gegen 8 Uhr am Parkplatz Rondellschneise, ganz in der Nähe des Forsthauses im Ober-Olmer Wald. Von der L427 biegt kurz vor der Ober-Olmer Kreuzung die „Panzerstraße“ ab, und nach 400 Metern ist auf der rechten Seite der Parkplatz. Es kamen immer wieder Autos, so trafen sich ein paar Frauen zum Joggen.

Zunächst lief ich die große Schneise, um dann links abzubiegen und den „Hügel der Freunschaft“ zu erklimmen. Die vor etwa 15 Jahren aufgestellten Tafeln, die an den kalten Krieg erinnern, sind schon reichlich verblasst. Aber die Holzwege sind (noch) in Ordnung. Alte Bunkeranlagen, Überreste der Nike-Stellung, Tümpel, Wege – alles querbeet. Unter der Woche, bedeckter Himmel, kühle Temperaturen: Trotzdem waren wirklich einige Jogger und Spaziergänger unterwegs. Ich lief zunächst etwas querbeet, um auf der Straße meine Intervalle zu beginnen. Nachdem ich merkte, dass meine Kondition wie befürchtet doch nicht so super war, umrundete ich einfach den Ober-Olmer Wald. Ich kam an Finthen Airfield vorbei, sah die Kulissen für den Häuserkampf und kam dann zum Parkplatz Draiser Eck. Ein Stückchen an Mainz-Lerchenberg entlang, dann wieder in den Wald zurück, zick-zack wieder auf die Schneise und zurück zum Auto.

Alle Fotos

Die Fotos sind im Flickr Fotoalbum „Joggen im Ober-Olmer Wald“:

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About the author

Ich bin Frank Hamm und entspanne und genieße beim Wandern, Joggen, Genießen, Reisen. Ich schreibe als Der Entspannende und Der Schreibende sowie im INJELEA-Fachblog. Beruflich bin ich Unternehmensberater für Kommunikation und Kollaboration. Ich bin noch unterwegs auf Twitter, Facebook, Instagram und Pinterest. Mit „frank@derentspannen.de“ erreicht Ihr mich per E-Mail.

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