Der Entspannende - Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur in Rheinhessen und der Welt.

Bericht vom Vinocamp Rheinhessen 2017 in Flörsheim-Dalsheim

Am 1. und 2. April 2017 fand das 2. Vinocamp Rheinhessen in Flörsheim-Dalsheim statt. Zusammen mit dem Vorabendtreffen war das für Manuela und mich eine begeisternde Veranstaltung mit Wein, Kulinarik und Genuss.

Wein und Auto fahren?

Von unserem Zuhause aus sind es mit dem Auto nur etwa 30 Minuten bis nach Flörsheim-Dalsheim. Da war die Verlockung groß, doch einfach jeweils am Morgen und am Abend mit dem Auto zu fahren und sich ins eigene Bett zu legen. Doch die Verlockung Wein war da noch viel größer. Und beides – Wein und Auto – vertragen sich nun mal nicht. Als Manuela ja sagte (nein, nicht damals, sondern zur Teilnahme am Vinocamp), war es für uns klar, dass wir uns ein Zimmer in Flörsheim-Dalsheim nehmen würden. So buchten wir ein Zimmer von Freitag bis Sonntag im Weingut und Gästehaus Beyer-Bähr.

Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Das Zimmer war groß genug, wir hatten sogar eine Terrasse davor (okay, dafür hatten wir keine Zeit). Im Bett haben wir gut geschlafen, und die Dusche funktionierte super. Das Frühstück in der Kuhkapelle war eine Wucht. Und zufällig übernachtete auch Marion Rockstroh-Kruft, die Initiatorin und Organisatorin des Vinocamps Rheinhessen, bei Beyer-Bähr. Das war super denn … dazu gleich mehr.

Das Vinocamp Rheinhessen hatte ein wirklich hartes und anstrengendes Programm (Vorsicht: Ironie!). Anstelle an einem Veranstaltungsort das Wochenende herumzuhängen, zogen wir Teilnehmer von 18 Uhr am Freitag bis zum Ende des Vinocamps am Sonntagnachmittag durch Flörsheim von Weingut zu Weingut zu Weingut zu …

Manchmal ist das Leben wirklich hart aber spartanisch.

Glücklicherweise lagen alle Locations maximal 5 Minuten zu Fuß auseinander. Mit Google Maps habe ich eine Karte der Veranstaltungsorte angelegt:

Freitag, 31. März

Um 18:00 Uhr starteten wir im Hof vom Weingut Göhring mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Arno Göhring stellte uns sein Weingut, einen Secco und zwei Weine vor. Dazu gab es dann eine Zaubervorstellung vom Schwiegerpapa!

Secco- und Weinprobe im Weingut Göhring

Secco- und Weinprobe im Weingut Göhring

Mit dem Schwiegervater den Zauberer im Weingut Göhring

Um 19:00 Uhr führte uns Beate Hess, Wein- und Kulturbotschafterin Rheinhessen, durch Nieder-Flörsheim und erzählte uns etwas von der Geschichte des Ortes (beispielsweise vom Wohnturm und einer Sage).

Kultur- und Weinbotschafterin Beate Hess bei Führung

Danach ging es um 20:00 Uhr ins Weingut Schmitt. Auch hier gab es eine Weinprobe. Daniel Schmitt ließ uns einen Orange- beziehungsweise Naturweine probieren. Für mich waren Geschmack und Geruch der Weine sehr ungewohnt. Der Orangewein war nicht so mein Fall, aber ich bin ja auch über Jahrzehnte „sozialisiert“. Bei einer weiteren Gelegenheit werde ich also wieder einen Orange- oder Naturwein probieren/trinken. Anschließen gab es in der Gutsschänke des Weinguts auf eigene Kosten ein Abendessen und noch das eine oder andere leckere Gläschen.

Weingut Schmitt, spezialisiert auch auf Natur- und Orange-Weine

Weingut Schmitt, spezialisiert auch auf Natur- und Orange-Weine

So gegen Mitternacht machten wir uns auf den beschwerlichen Gang zu unserem etwa 150 Meter entfernten Zimmer im Gästehaus Beyer-Bähr.

#12SunriseRheinhessen

Kurz vor 6 Uhr trötete am Samstagmorgen der Wecker meines Smartphones. Um 6 Uhr rauschte eine SMS von Marion in mein Smartphone, das mir die SMS umgehend um die Ohren schlug. Wie es denn aussähe, fragte Marion. Manuela murmelte etwas Ähnliches, vermutlich auch eine Frage. Ich vertröstete beide und sprang unter die Dusche und kurz darauf durch die Terrassentür auf die Terrasse. Wolken. Aber auch Sterne am Himmel. Ich war verunsichert. Aber jetzt war ich wach. Und wenn ich schon mal wach war…

Gegen 6:30 Uhr trafen Marion, Manuela und ich uns beim Wagen und fuhren damit an den Ortsausgang von Dalsheim. Um 7:04 Uhr würde die Sonne aufgehen.

Denn dieses Jahr läuft mein Fotoprojekt #12SunriseRheinhessen, für das ich jeden Monat in 2017 einen Sonnenaufgang in Rheinhessen an einer besonderen Stelle fotografiere. Marion hatte sich bereit erklärt, mich an diesem Morgen zum Fotografieren der Fleckenmauer von der Alzeyer Straße aus zu begleiten. Ich stellte den Wagen am Straßenrand ab, und zu dritt standen und liefen wir herum, machten Fotos und unterhielten uns. Tatsächlich schien dann auch die Sonne über der Mauer und durch die Wolken durch. Mein #12SunriseRheinhesse-Foto gibt es im Blog am 1. Mai.

Frühstücken in der Kuhkapelle

Irgendwann waren dann die Sonne sowie unser Kaffeedurst und unser Frühstückshunger aufgegangen, so dass wir wieder ins Weingut Beyer-Bähr zurückfuhren. Wir frühstückten dann dort ganz lecker in der Kuhkapelle. Zu „Kuhkapellen“ gibt es hier im Blog demnächst mehr.

Frühstücken in der Kuhkapelle im Weingut Beyer-Bähr

Frühstücken in der Kuhkapelle im Weingut Beyer-Bähr

Frühstücken in der Kuhkapelle im Weingut Beyer-Bähr

Frühstücken in der Kuhkapelle im Weingut Beyer-Bähr

Frühstücken in der Kuhkapelle im Weingut Beyer-Bähr

Samstag, 1. April

Das Vinocamp startete mit der Sessionplanung im Weingut Christmann. Dort gibt es sogar ein Glasfenster von Heinz Hindorf (siehe auch: Glasfenster im Wormser Dom). Ich blieb direkt dort für die Session „Weinevolution16„, wo Jungwinzer der Fachschule Oppenheim 2016 ihr Projekt vorstellten: Tradition und Evolution vereinen. Mit „WeinEvolution16“ kreierten sie als Praxisaufgabe sieben Weine für den Bereich des Premium-Segments. „Natürlich“ durften wir von dem leckeren Wein (von dem es fast nichts mehr gibt) probieren.

Glasfenster von Heinz Hindorf im Weingut Christmann

Weingut Christmann

Vinocamp Rheinhessen im Weingut Christmann

Vinocamp Jungwinzer erzählen von ihrem Projekt im Weingut Christmann

Danach schlenderten Manuela und ich rüber zum Weingut Beyer-Bähr. Dort gab es in der Kuhkapelle eine Weinprobe der besonderen Art. Per Video stellte uns Andreas Schwarz vom Weingut Schwarz aus der Schweiz seine leckeren Pinots vor, während wir sie kosteten. Und ad hoc bekamen wir vom Weingut Beyer-Bähr beispielsweise einen Ursus Vinum „Cypress Hill“ (Rotwein) zum Vergleich.

Weinprobe mit Schweizer Wein im Weingut Beyer-Bähr

Weinprobe mit Schweizer Wein im Weingut Beyer-Bähr

Dann ging es (hach, waren wir nicht intelligent gewesen?) nahtlos und ohne weitere Wanderung zum Mittagessen mit Sau und Rindvieh über.

Zum Mittag gibt es beim Vinocamp Rheinhessen: Sau und Rindvieh

Hof vom Weingut Beyer-Bähr

Nach dem Mittagessen schlenderten wir zur Seccoprobe ins Weingut Wein & Secco Köth, wo es eine (genau!) Secco-Probe gab. So viele unterschiedlichen Geschmacksrichtungen (beispielsweise Chili) habe ich noch nicht erlebt! Und das alles bei sonnigem Wetter gemütlich auf dem Rasen. Und anschließend ging es hier weiter mit einer gemeinsamen Session „Käse & Wein“ von Rheinhessenwein e. V. (Wein) und Pascal Bérard (Käse). Je nach Käse (hach, lecker) veränderte sich hier auch der Geschmack des Weines.

Seccoprobe mit Ralf Köth im Weingut Köth

Seccoprobe mit Ralf Köth im Weingut Köth

Seccoprobe mit Ralf Köth im Weingut Köth

Käse und Wein im Weingut Köth

Pascal Bérard: Käse und Wein im Weingut Köth

Danach waren wir noch im Weingut Peth zur Session „Social Media und Wein“ von Monika Meurer. Um der Frage zuvor zu kommen: Ja, es gab auch hier Wein…

Um 16:00 trafen wir uns alle wieder zum Speed Dating mit den Rheinhessischen Winzern im Evangelischen Gemeindehaus:

12 Weingüter stellten eine kleine Auswahl an Weinen vor, wobei jeweils nach vier Minuten die Glocke läutete und wie beim „Bäumchen-wechsel-Dich“ die Teilnehmer von Winzer zu Winzer weiter zogen. Damit man aber auch noch gemütlich kosten und sich unterhalten konnte, wurde dafür im Anschluss ein entsprechendes Zeitfenster eingeplant. Wein probieren im Minutentakt – auf diese Weise bekommt man in kurzer Zeit einen tollen Überblick!

(Bericht von Marion Rockstroh-Kruft)

In der Abschlussrunde am Sonntag gab es von vielen die Rückmeldung, dass beim Speed-Dating doch zu viel Speed gewesen wäre. So ging es mir auch. Denn jeder Winzer hatte drei oder vier Weine, das war einfach zu viel.

Speed-Dating beim Vinocamp Rheinhessen 2017

Speed-Dating mit Ralf Köth beim Vinocamp Rheinhessen 2017

Marion Rockstroh-Kruft beim Fotografieren

Um 18:00 waren wir zum Abendessen im Weingut Engel mit einem gemeinsamen Beilagenbuffet. Wir hatten einen italienischen Nudelsalat mitgebracht. Für den warmen Hauptgang und Brot sorgten Marion und die Weingüter. Außerdem gab es noch von der Käse-Session einiges an Käse. Und natürlich Wein. Und dann gab es noch eine Session „Wein & Schokolade“.

Buffet am Abend des Vinocamp Rheinhessen 2017 im Weingut Engel

Käse am Abend des Vinocamp Rheinhessen 2017 im Weingut Engel

Weingut Engel in Flörsheim-Dalsheim

Schokolade und Wein im Weingut Engel

Sonntag, 2 April

Schon wieder Frühstück in der Kuhkapelle seufz

Frühstücken in der Kuhkapelle im Weingut Beyer-Bähr

Am Sonntag ging es weiter im Weingut Scherner-Kleinhanß, wo ich eine Diskussionssession „Wein und Wandern“ hielt. Mir ging es um einen Erfahrungsaustausch, wie sich denn das Wandern zusammen mit Weingenuss in der Praxis vertragen. Ähnliche Erfahrungen hatten andere auch gemacht: Oft sind die Websites nicht auf dem aktuellen Stand (nicht mobil zugänglich, veraltete oder keine hilfreichen Informationen), was bei der Planung von Wanderungen mit Genusserlebnis (also auch mit Übernachtung) oft hinderlich ist.

Weingut Scherner-Kleinhanß

Sessionvorbereitung im Weingut Scherner-Kleinhanß

Von der Sommelière Yvonne Heistermann lernten wir in der Session „Glaskunde mit Karaffieren & Dekantieren“ (gesponsort von Zwiesel) einiges darüber, wie unterschiedliche Gläser (Größe, Form, Material) sowie Karaffieren und Dekantieren den Geschmack beeinflussen.

Sommeliere Yvonne Heistermann, Session zu "Glaskunde mit Karaffieren & Dekantieren"

Session "Glaskunde mit Karaffieren & Dekantieren"

Tja, und dann gab es eine Sektprobe von und mit Volker Raumland (Wikipedia), dem „Perlkönig“ (ARD-Mediathek) Deutschlands. Das war echt der Hammer.

Sektprobe mit Volker Raumland "Perlkönig von Deutschland"

Sektprobe mit Volker Raumland "Perlkönig von Deutschland"

Abschluss-Session im Hof

Apropos Hammer. Es war auch echt der Hammer, dass Manuela sich für die Rückfahrt als Chauffeurin angeboten hat. Ich habe dankend angenommen 😉

Barcamp-Format

Monika Meurer (Vinocamp Rheinhessen 2017) sieht einige Punkte des Vinocamp Rheinhessen kritisch, was das Barcamp-Format und seine Regeln angeht:

Nicht nur diese gemeinsamen und gesetzten Sessions waren eine Besonderheit des Vinocamps. Auch andere bewährte Barcamp-Regeln wurden ziemlich gedehnt beim Vinocamp.

Ich gehe inzwischen seit 10 Jahren regelmäßig auf Barcamps und bin immer wieder hin- und hergerissen, was das Format und die Regeln angeht. Eigentlich hätte ich es gerne, wenn ein Barcamp sich streng an die Barcamp-Regeln halten würde. Andererseits ist es im Kontext oft sehr schwierig, „Nicht-Barcamper“ an das Format heranzuführen, wenn sie das Format noch nicht kennen. Man muss ein Barcamp selbst erlebt haben (und ja, am besten ein „reines“ Barcamp), um das Format wirklich zu kennen. Monika und Achim Meurer waren die „Twitteratis“ dieses Vinocamps. Ich habe auch ein paar Tweets abgesetzt, und dann auch noch Marion (die aber mit der Orga auch gut beschäftigt war). Außer uns gab es wohl keinen wirklichen Twitterer, Blogger, Barcamper.

Gleichzeitig war es keine klassische Veranstaltung und kein reines Barcamp. Ich glaube, dass ein paar der Teilnehmer sich unter dem Format „Barcamp“ jetzt etwas mehr vorstellen können. Ich hoffe, dass sie auch irgendwann einmal bei einem „reinen“ Barcamp aufschlagen. Gerade, weil ich jahrzehntelang „klassische“ Konferenzen und Veranstaltungen erfahren habe, weiß ich, wie schwierig der Wechsel ist. Wie gesagt, ich bin da hin und her gerissen.

Vielleicht wäre es eine Möglichkeit und ein Anfang, bei der Vorstellung/dem Start des Vinocamps die Barcamp-Regeln und den Ablauf ausführlicher darzustellen.

Resümee

Mir hat es wirklich sehr, sehr gut gefallen (und Manuela auch!). Das Speed-Dating war mir etwas zu speedy. Die Weine haben mir fast alle sehr, sehr lecker geschmeckt. Und nur ein paar haben „nur“ lecker geschmeckt (ich jammere auf hohem Niveau). Die Vielfalt und die Qualität der Weine haben mich geradezu überwältigt und erschlagen. Dazu beigetragen hat insbesondere die Gemeinschaft der Winzer aus Flörsheim-Dalsheim, die hier mit Marion ein wunderbares Vinocamp auf die Beine gestellt haben. Mir fällt es total schwer, die Übersicht zu behalten bei dieser Vielfalt und Qualität an Weinen, Seccos, Sekten und kulinarischen Genüssen.

Liebe Marion, vielen Dank für Dein Engagement und Deine Hingabe, mit denen Du dieses wunderbare Vinocamp organisiert hast.

Wenn es klappt, werde ich beim nächsten Vinocamp Rheinhessen dabei sein. Und vielleicht gleich am Anfang eine Session „Barcamp – Format und Regeln“ anbieten 😉

Ich war mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Flörsheim-Dalsheim. Glücklicherweise ist es ja nicht allzu weit.

Flörsheim-Dalsheim schenkt ein am 29. und 30. April 2017

Fast wären wir Ende April wieder nach Flörsheim-Dalsheim gefahren. Denn an diesem Wochenende gibt es wieder eine gemeinsame Aktion der Winzer: Das Weinevent „Flörsheim-Dalsheim schenkt ein“. 20 € nur kostet der Eintritt für beide Tage (kann bei den Weingütern entrichtet werden). Getränke außerhalb der Probe sowie verschiedene Speisen können an allen Stationen erworben werden.

  • Samstag, 29. April 14 – 19 Uhr
  • Samstag, 29. April ab 19 Uhr After-Show-Party im Weingut Ohnacker-Döß
  • Sonntag, 30. April

Weitere Informationen auf der Veranstaltungswebsite für „Flörsheim-Dalsheim schenkt ein

Wir hatten uns überlegt, zu kommen. Doch leider sind wohl alle Übernachtungsmöglichkeiten direkt in Flörsheim-Dalsheim ausgebucht. Also merken wir uns die Veranstaltung für nächstes Jahr schon einmal vor.

Sponsoren

Marion hat wirklich eine super Sponsorenschaft für das Vinocamp begeistern können. Obwohl ich gehört habe, manche hätten sich geradezu aufgedrängt 😉

Es sind einige Facebook-Links dabei:

Die Liste der Sponsoren mit Anmerkungen von Marion gibt es in einem Facebook-Post.

Alle Fotos

Weitere Fotos gibt es im Flickr-Album.

Weitere Berichte

 

About the author

Ich bin Frank Hamm und entspanne und genieße beim Wandern, Joggen, Genießen, Reisen. Ich schreibe als Der Entspannende und Der Schreibende sowie im INJELEA-Fachblog. Beruflich bin ich Unternehmensberater für Kommunikation und Kollaboration. Ich bin noch unterwegs auf Twitter, Facebook, Instagram und Pinterest. Mit „frank@derentspannen.de“ erreicht Ihr mich per E-Mail.

Leave a Reply